Deutsche Lyriker

Jeder von uns kennt Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich Heine und Heinrich Böll. Was diese vier Männer gemeinsam haben? Sie sind Vertreter der deutschen Lyrik und damit deutsche Lyriker. Das heißt, dass sie unter anderem für eine Vielzahl von Gedichten, Balladen und Poesie verantwortlich sind, die uns heute teils und oft im „normalen“ Alltag begegnen.

Doch was ist Lyrik? Der Begriff stammt aus der griechischen Antike, genauer gesagt, vom Altgriechischen Wort lyrike. Er bedeutet nichts anderes al „die zum Spiel der Lyra gehörende Dichtung“. Unter Lyrik fallen also Gedichte, die auch noch im Mittelalter musikalisch begleitet wurden bzw. als gesprochene Untermalung eines Musikstückes dienten.

Wir verdanken den Griechen neben der Demokratie also auch eine der schönsten Formen des sprachlichen Ausdrucks. Poesie zählt seit der Antike zum „Hochballett“ der schriftlichen Ausdrucksform. Über die Jahrtausende und Jahrhunderte hat sich dieses Genre gewandelt. Und so begegnet uns neben der klassischen Poesie immer mehr auch die zeitgenössische Lyrik.

In dieser finden wir Stilmittel der klassischen Lyrik, die hier „auf den Kopf“ gestellt wurden. Teils ist moderne Lyrik aber auch frei von stilistischen Feinheiten, was sie für den Leser oftmals schwer lesbar und schwer verständlich macht. Das gilt auch für Werke deutscher Lyriker der Moderne. Was genau sich noch hinter Lyrik versteckt und welche deutschen Lyriker es gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Deutsche Lyriker – vom Mittelalter bis heute

Was im antiken Griechenland seinen Anfang nahm, sollte sich in den folgenden Jahrhunderten vom Peloponnes nach Nordeuropa weiterbewegen: Die Lyrik. Dabei spielte auch im Mittelalter die Lyra, ein Musikinstrument, eine entscheidende Rolle. Bekannt waren die (süd)französischen Troubadoure aus der Provence, die mit Gedichten und Musik durch Europa zogen, um ihre Werke darzubieten.

Ebenso dürfte jedem von uns, der Deutschunterricht genießen durfte, der deutsche Minnesang des Mittelalters bekannt sein. Dieser erfreute sich, ähnlich, wie die Spielleute aus der Provence, ab dem 12. Jahrhundert großer Beliebtheit. Das Besondere: Das hier vorgetragene Hochdeutsch war der erste Versuch, die deutsche Literatursprache zu vereinheitlichen. Unter Minnesang versteht man allgemein:

Sowohl in der Antike, als auch im Mittelalter waren dabei bestimmte Charakteristika notwendig, um ein Gedicht, eine Ballade oder einen Minnesang von der sogenannten Prosa zu unterscheiden. Diese Merkmale sollten in weiten Teilen bis ins 18. Jahrhundert Bestand haben, wo sie von niemand Geringerem als Johann Wolfgang von Goethe immer weniger verwendet wurden:

Und noch ein Gedicht – Unterschiede zur Prosa

Diese Merkmale wurden von fast allen Dichtern und Lyrikern beachtet – so also auch von den deutschen Vertretern der Lyrik-Gattung. Wichtig für ein Gedicht sind neben den Strophen zudem das Versmaß und der sogenannte Versfuß. Jeder Deutschschüler erinnert sich wahrscheinlich noch teils mit Schrecken an Begriffe wie Anapäst, Daktylus, Jambus und Trachäus.

Ob deutscher Lyriker oder internationale Lyriker – Gedicht ist dabei noch lange nicht gleich Gedicht. So lässt sich das Genre bzw. die Gattung „Gedicht“ in beinah beliebig viele Unterkategorien einteilen. Das macht das Ganze zwar nicht einfacher, aber definitiv interessanter. Wussten Sie zum Beispiel, dass es sogenannte „Confessional Poetry“ gibt, die zur modernen Lyrik gezählt wird? Des Weiteren gibt es:

Deutsche Lyriker – die Weimarer Klassik

Wie bei so vielen Epochenbezeichnungen entstammt auch der Begriff „Weimarer Klassik“ nicht der Zeit, in der sie stattfand. Tatsächlich wurde diese Bezeichnung erst im 19. Jahrhundert geprägt, als Goethe, Schiller und Co. bereits „Geschichte“ waren. Generell bezieht sich die Weimarer Klassik auf den Wirkungsort der vier wichtigsten Vertreter dieser Zeit – nämlich das thüringische Weimar.

Die vier Vertreter waren Goethe, Schiller, Herder und Wieland. Suggeriert wird hier eine Übereinstimmung zwischen den Stilen dieser vier Dichter. Tatsächlich gab es diese aber nur bei Goethe und Schiller, und das in der Zeit von 1794 bis 1805. Wie auch in der Musik, gab es in dieser Zeit ein bestimmendes Thema, das in den Werken be- und verarbeitet wurde: Die Französische Revolution.

Daneben war es das Ziel der Weimarer Klassik, sich wieder genauer mit den Merkmalen der antiken Dichtung und Lyrik zu befassen – auch, wenn ausgerechnet Goethe diese gerne aus seinen Werken wegließ. Anstatt sich von mittelalterlichen, exotischen und märchenhaften Charakteristika und Inhalten leiten zu lassen, sollten stattdessen die antiken Stoffe wieder in den Vordergrund rücken:

Lyrik im 20. Jahrhundert – geprägt von zwei Weltkriegen

Wie auch im 18. und 19. Jahrhundert, spielten zwei verheerende Ereignisse im 20. Jahrhundert eine entscheidende Rolle in der weiteren Entwicklung der deutschen Lyrik und der deutschen Lyriker. Die Rede ist vom Ersten Weltkrieg und vom Zweiten Weltkrieg. Vor allem ersterer schaffte es, die Bevölkerung zu desillusionieren – was sich auch auf die deutsche Lyrik auswirkte:

Vor allem die Kriegsschauplätze in Flandern wurden dabei für Dichter wie Carl Maria Remarque und Carl Zuckmayer zu Orten des Traumas. Diese aufzuarbeiten, sollte mit Werken wie „Im Westen nichts Neues“ erreicht werden. Auch der Zweite Weltkrieg und die Umbrüche nach dessen Ende beeinflussten die deutschen Lyriker, wie zum Beispiel Bertolt Brecht und Heinrich Böll.

Auch hier wurde das Medium Lyrik verwandt, um seinen Gefühlen und seiner Abneigung Gehör zu verschaffen. Spätestens hier wurde der Grundstein für unsere moderne Lyrik gelegt, die sich in vielen Dingen drastisch von der antiken und klassischen Dichtung unterscheidet und abhebt. So finden wir immer weniger Stilmittel und auch Reime sind hier kein Muss mehr. Stattdessen treffen wir auf:

Und das sind nur einige Dinge, die deutsche Lyrik und ihre Verfasser, die deutschen Lyriker, ausmachen. Wenn Sie noch mehr über dieses spannende Sujet erfahren möchten oder vielleicht einen weiteren Vertreter dieser Gattung kennenlernen möchten, laden wir Sie ein, sich auf den folgenden Seiten einmal genauer umzuschauen oder hier zu verweilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deutsche Lyriker

Deutsche Lyriker

„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass deutsche Lyriker über die Grenzen Deutschlands bekannt sind.“ Sie wissen vielleicht, dass dieser einleitende Satz von einer englischen Lyrikerin abgewandelt übernommen wurde. In seiner Kernaussage trifft er allerdings den Faust auf den Kopf. Deutsche Lyriker sind spätestens seit Goethe und Schiller jedem bekannt – und das weltweit.

Ihren Anfang hat die deutsche Lyrik bereits im Mittelalter genommen. Vielleicht ist einigen von Ihnen Walther von der Vogelweide ein Begriff? Mit seinem Minnesang legte er im 12. Jahrhundert den Grundstein für den heute noch anhaltenden Erfolg deutscher Dicht- und Schreibkunst. Ob Goethe, Schiller, Fontane, Heine, Böll, Brecht oder die Manns – schöner geht deutsche Sprache einfach nicht!

Lyrik – was genau ist das eigentlich?

Der Begriff Lyrik stammt aus dem Altgriechischen lyrike (poiesis) und bedeutet – blumig ausgedrückt – „die zum Spiel der Lyra (ein Musikinstrument) gehörende Dichtung“. Hierbei handelt es sich um Dichtungen in Versform. Zusammen mit der Epik und der Dramatik bildet sie die drei literarischen Gattungen. Besser bekannt dürfte Ihnen, lieber Leser, der Begriff „Gedicht“ oder auch „Poesie“ sein.

Daraus können Sie bereits schließen, dass es sich hier nicht um klassische „Leselektüre“ handelt, sondern um Schriftwerke, die über Strophen, Verse und Reime verfügen. Vorgetragen, haben sie eine ganz eigene, charmante Melodie, die jeden Zuhörer (und auch Leser) in ihren Bann schlägt. Nicht nur die Form ist besonders, auch der Inhalt, der oft der Spiegel der schriftstellerischen Seele ist:

  • Sie haben einen eigenen Rhythmus und Reime
  • Lyrische Texte sind reich an rhetorischen Stilmitteln
  • Lyrik formuliert Gefühle und Gedanken des Verfassers
  • In einigen Fällen werden sie musikalisch begleitet und unterlegt

Unter diesen Stichpunkten betrachtet, wird uns klar, dass ein Gedicht eben nicht nur ein stilistisch anmutendes Konstrukt ist. Es ist auch in vielen Fällen ein Medium, mit dem der Verfasser Dinge zu Papier bringt, die ihn bewegen. Das kann eine (unglückliche) Liebe genau sein wie ein politisches Ereignis, der Tod eines geliebten Menschen oder eine schöne Blume, die am Wegesrand blüht.

„Und noch ein Gedicht“ – deutsche Lyriker unter der Lupe

Heute sind uns vor allem Dichter bzw. Lyriker wie Goethe und Friedrich Schiller bekannt. Fast jeder von uns hat in der Schule den Faust oder Die Räuber gelesen und weiss, wie sehr uns diese Werke auch heute noch beeinflussen. Zitate aus Goethes Faust begegnen uns heute an „fast jeder Ecke“ in der ein oder anderen Form. Wer sagt also, dass Lyrik immer gleich Shakespeare sein muss?

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah?“ wusste schliesslich schon Goethe. Dass das in Deutschland nicht immer der Fall war, wussten dann wiederum leider seine späteren Kollegen, die Herren Mann, Brecht, Remarque, Feuchtwanger und Zweig. Vielleicht hat die deutsche Lyrik aber eben aufgrund dieser Exilliteratur ihren weltweiten Ruhm erlangt – wenn auch aus traurigem Anlass.

„Die Worte hör‘ ich wohl …“ deutsche Lyrik im 21. Jahrhundert

Vom Mittelalter über die Weimarer Klassik, Heinrich Heine, Theodor Storm bis hin zur Exil- und Nachkriegsliteratur, Berlin, Leipzig oder Paris: deutsche Lyrik und deutsche Lyriker haben uns geprägt und tun dies immer noch. Dabei macht sie auch vor virtuellen Medien und anderen künstlerischen Ausdrucksformen nicht halt. Ob Internet, HipHop oder Sprechgesang – Lyrik regiert die Wortwelt.

Abschliessend jedoch noch einmal zurück zur klassischen Lyrik. Auch, wenn die grossen Namen der deutschen Literaturgeschichte unser Weltbild und jeden Verlag fest im Griff haben: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah?“ Schauen Sie zum Beispiel einmal nach Hamburg. Hier finden Sie einen deutschen Lyriker, dessen Stimme ebenso wortgewaltig ist wie die seiner Vorgänger.

Möchten Sie jetzt mehr zu deutscher Lyrik, Literatur und deutschen Lyrikern und Gedichten erfahren? Sind Sie neugierig geworden, wer sich hinter dem Hamburger Lyriker, der erfrischender Weise kein Blatt vor den Mund nimmt, versteckt? Dann nehmen Sie sich Zeit und hinterlassen Sie ein lyrisches Klopfzeichen unter Bücher Deutsche Lyriker

Sie möchten noch intensiver nach deutscher Lyrik und deutschen Lyrikern suchen? Dann helfen Ihnen auch diese Stichpunkte weiter: Thomas Mann ist nach wie vor genauso beliebt wie Joachim Ringelnatz, Georg Büchner, Gerhard Hauptmann oder Marion Poschmann. Auch heute hinterlassen sie ihre Spuren in Düsseldorf, Frankfurt, München und Leipzig, und das nicht erst seit 1874, 1920, 1946 oder 1970.

Auch interessant: Eine edition von 1817 oder 1912. Oder wie wäre es mit Franz Grillparzer in einer Ausgabe von 1956? Auch Jan Wagner ist immer eine Lesestunde wert – genau, wie Wilhelm Busch, Johann Peter Hebel oder die Seiten, die Wolfgang Borchert geschrieben hat. Über die Jahre 1890, 1915, 1928 und 2000 sind unzählige Werke verfasst worden, die Sie auch in Berlin 2019 erhalten können. Wie schon Loriot wusste: „Ein Leben ohne Lyrik ist möglich, aber nicht erstrebenswert.“ Geniessen Sie also deutsche Lyriker und unsere Beiträge.

Lyrik zum Bestpreis / In unserem Buchshop